#maennerwelten

Vor kurzem war der Hashtag #maennerwelten bei Twitter in den Trends. Frauen erzählten Erlebnisse von sexueller Belästigung durch Männer. Der Auslöser war ein 15 min Clip von Joko Winterscheid und Klaas Heufer Umlauf, in dem die verschiedenen Stadien sexueller Belästigung dargestellt wurden. So ging es los mit dem zugeschickten Dickpic über beleidigende Sprüche bis hin zu gewaltsamen Übergriffen und Vergewaltigungen. Und auch genau diese Bandbreite befand sich unter den Tweets.

Ich habe mich selbst mit zwei Tweets beteiligt, denn auch ich habe schon sexuelle Übergriffe durch Männer erlebt.

Ich sehe das Ganze eher als ein zweischneidiges Schwert: Einerseits finde ich es super wichtig, auf Belästigungen hinzuweisen und auch den Männern mal klar zu machen wie oft so etwas eigentlich vorkommt. Problem dabei ist aber auch diesmal, dass die unterschiedlichsten Formen von Belästigung zusammengefasst werden. Eine versuchte oder vollendete Vergewaltigung ist beispielsweise ein völlig anderer Fall als ein ungewünschtes Dickpic oder ein sexistischer Kommentar. Schön wäre es, wenn Männer die Belästigungen, die unter #maennerwelten getweetet werden ernst nehmen und sich nicht gleich angegriffen fühlen. Und es wäre ebenfalls schön, wenn Frauen nicht solche Dinge tweeten würden wie „er hat mit seiner hand im Gdränge kurz meine Brust“ gestreift. Durch solche Kleinigkeiten werden Hashtags wie dieser gerne ad absurdum geführt. Und dann haben diejenigen Recht, die sagen, es handle sich ja nur um Kleinigkeiten, man solle sich nicht so anstellen usw.

Und jetzt komme ich noch zu einem eher unbeliebten Thema: Natürlich kann sexuelle Belästigung jeder Frau passieren und es ist auch scheißegal, was diese trägt, es gibt kein Recht sie zu belästigen. Aber wer bekommt beispielsweise Dickpics oder anzügliche Sprüche zugeschickt? Ich habe in meinem Leben vielleicht drei Dickpicks bekommen und keins davon auf Twitter, sondern alle auf „Datingplattformen“, die Nutzer habe ich blockiert oder ignoriert und fertig. Aber wie kann es sein, dass andere davon tweeten, beinahe täglich ein solches Bild auf Twitter zu erhalten? Es hängt zum Teil ganz einfach davon ab, wie man sich selbst präsentiert. Wenn man beispielsweise regelmäßig erotische Fotos von sich selbst online stellt, denken offenbar manche Männer, dass solche Frauen dafür empfänglich sind. Es gibt auf Twitter regelmäßige Hashtags wie #schleifchendienstag oder #frivolerFreitag unter denen dann erotische Bilder zu finen sind. Aber genau die gleichen Damen beschweren sich dann, wenn sie anzügliche Kommentare bekommen…

Ich kann nicht verstehen, warum man sich auf Twitter entsprechend präsentiert. Was bezweckt man damit? Es kann doch nur um billige Aufmerksamkeit gehen und wenn diese dann kommt, ist es auch wider nicht richtig. Bei solchen Bildern muss man anzügliche Kommentare erwarten. Man könnte ja dann auch einfach sagen: Stört mich nicht, ich geh damit um, indem ich es ignoriere.

Ich kann man bei Übergriffen und Belästigungen im Alltag meist gut wehren und habe auch keine Angst nachts alleine unterwegs zu sein, aber ich weiß, dass es anderen Frauen nicht so geht. Die ein oder andere Frau beschäftigt sich noch tagelang mit einem Griff an den Hintern, die andere hat das eine Stunde später vergessen.

Gerade weil es so viele Frauen gibt, die sich nicht gut selbst verteidigen können und sich auch aus Angst manches gefallen lassen ist es wichtig, dass wir versuchen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich auch diese Frauen wohl fühlen. Die vermehrte Zuwanderung von muslimischen Männern tut diesen Frauen leider keinen Gefallen. Männer, die der Meinung sind, die Frau steh unter ihnen und müsse gehorchen. Männer, die der Meinung sind sie dürfen eine Frau überall anfassen, wenn nicht ihr Freund sie daran hindert. Vor diesen Männern müssen wir uns Frauen schützen!

Und Liebe deutsche Männer: Bitte nehmt die Erfahrungen und Ängste von Frauen ernst, auch wenn ihr euch gar nicht vorstellen könnt, dass ein Klaps auf den Hintern auch beängstigend sein kann!

7 Gedanken zu “#maennerwelten

  1. Alexander

    „…ist es wichtig, dass wir versuchen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der sich auch diese Frauen wohl fühlen.“

    Sorry, aber Du feuerst in die falsche Richtung. Auch ist dieses Thema bei 99% der Männer falsch adressiert und die richtigen Adressaten schei*en auf Apelle.

    Also wäre es folgerichtig, dieses Thema „frauenintern“ anzugehen:

    „Gerade weil es so viele Frauen gibt, die sich nicht gut selbst verteidigen können und sich auch aus Angst manches gefallen lassen…“

    Sollten Frauen untereinander sich zur Selbstverteidigung befähigen und den Willen zu kämpfen auch untereinander einfordern. Hilflose Modepüppchen als Dekoration werden bald schon jedem Mann eine Last sein. Solide, zupackende Frauen dagegen gefragt und begehrt.

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    1. Ich stimme dir vollkommen zu. . Es ist in meinen Augen kein Zufall das die jammernden, heulenden Femmis alle Single sind. Oder sie haben ein blasses Sojabübchen, während die rechten Männer echte Gefährtinnen haben mit denen man eine Familie gründen kann.

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    2. @Alexander:
      „Sollten Frauen untereinander sich zur Selbstverteidigung befähigen und den Willen zu kämpfen auch untereinander einfordern.“

      Stimme da teilweise zu. Finde natürlich auch wichtig, dass Frauen lernen, sich selbst zu verteidigen (in den meisten Fällen braucht es da nur mehr Selbstbewusstsein). Auf meinem inzwischen gelöschten Blog hatte ich zu dem Thema auch mal einen kompletten Artikel verfasst. Ich finde es teilweise nämlich auch lächerlich, wenn jemand nachts nicht alleine auf die Straße geht o. ä.. Also ich bin auf jeden Fall immer dabei, wenn es darum geht, Frauen Mit zu machen, sich zu wehren!

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  2. Mike

    Das feministische „lehrt Männern nicht zu Vergewaltigen“ ist zwar nobel, aber sinnlos: jene, die auf diese Lektion „anspringen“ sind und waren nie jene, die dann sowas auch gemacht hätten. Die Anderen bleiben durch solche Lektionen unbeeindruckt (leider – aber Monster bleibt Monster, da helfen schöne Worte nichts). Stichwort „NoNo-Zone-Dance“ aus nordischen Gefilden (sorry, aber merkt niemand wie lächerlich das ist?)

    WARUM ABER wird nicht auf der anderen Seite etwas gemacht? Warum wird nicht versucht, den Frauen zu helfen, sich verteidigen zu können? Stichwort „Schulsport“!

    …da wird seit Jahrhunderten Ringturnen gemacht, Pferd- und Bockspringen, ab und zu Fuss/Volley/Basketball usw. Ok gut, auspowern tut – gerade in der Schule – not – sehe ich genau so!

    Aber warum gibt es keine Selbstverteidigungskurse innerhalb des Sportunterrichts?
    Wing Tsun, Krav Maga, Karate, Judo – …die Plaette an Möglichkeiten ist gross.

    WENN man nun
    AUF STUFE GRUNDSCHULE statt Geräteturnen „auf die Altersstufe zusammengestrichenes“ Ausbildungsprogramm gelehrt wird; bsp. „Hilfe rufen, Zusammen sind wir stärker“, Ablenken/Abhauen und entsprechende Not-Techniken (vgl. Kindergarten-Cop „ein Fremder“, wie mache ich es einem Menschen schwer mich festzuhalten) etc…
    AB MITTELSTUFE (ruhig Früher) eine auf Verteidigung reduziertes Ausbildungsprogramm von bsp. KravMaga oder WingTsun (abhängig davon was „am Ort“ zur Verfügung steht), sodas sich Mädels und Jungen verteidigen können (ja Jungen sind auch von Missbrauch betroffen; Stichwort „katholische Priester“), um dann das gelernte „in Sicherheit bringen“ zu praktizieren .
    AB OBERSTUFE …übergang in die vollen Ausbildungen, als Ersatz für den Schulsport.
    …und all das IMMER mit der Prämisse „die Älteren passen auf dem Schulweg auf die Jüngeren auf“ (Miteinander statt Gegeneinander)

    …nicht selten kann man durch SV-Kurse auch die (heute meist fehlende) Freude an Bewegung erlangen/vermitteln, währenddem bsp. Ringturnen meist nur eine geringe Anzahl Schüler*Innen anspricht. Das SV-Wissen bleibt meist auch lange erhalten (weil geht ja in den erlernten Bewegungsablauf über), sowas verlernt man nicht. Und wer sich bewusst verteidigt, ist einem „dem Trieb Verfallenen“ in jeder Hinsicht überlegen.

    Alternativ könnte man gleich sagen „wer Selbstverteidigung lernt, wird vom Schulsport freigestellt, und schulpflichtigen Kindern die SV im Rahmen des Schulsport-Alternativums machen, die Gebühren erlassen“ oder sowas, damit die Sache mit den Instruktoren (Lehrern) abgefedert werden kann – hier müsste dann aber eine Pflicht her: Schulsport ODER Selbstverteidigung. (natürlich inkl. Fahrgemeinschaft, durch Schule/Eltern organisiert damit nicht jeder allein hin muss etc)

    Dieser Vorschlag funktioniert in Japan, Korea, China und Israel – dort werden die jeweiligen „Landeskampfsportarten“ in der Schule gelehrt, mit entsprechend modifizierten Trainingsplänen (keine Offensiv-Methoden bis Alter xyz). Dort lernen schon die Kinder wie man sich verteidigt. JA, auch dort gibt es Vergewaltigungen. Aber lange nicht so viele wie in der „westlichen Welt“. Eben weil Frauen sich verteidigen können.

    Ich würde soweit gehen zu sagen, das wenn Frauen selbstbewusst genug sind – durch das Wissen das sie sich verteidigen können – es weniger Panikmomente geben würde („ui Gedränge, da war n Mann der mich kurz gestreift hat HILFEEEEE“ oder „Hilfe der sieht mich an“ oder „Hilfe der Mann atmet“ (übertrieben formuliert)) etc, und die Gesellschaft wird entspannter; eine entspannte Gesellschaft wird lockerer, und plötzlich kann man wieder miteinander reden, was dann zu weiteren Verbesserungen führt…

    Denn eines ist sicher: Verteufeln der einen Seite bringt Spaltung; Spaltung bringt Angst; Angst führt zu mehr Verteufelung, jene zu mehr Spaltung etc. Und sowas wie die „NoNo-Zone-Dance“ …mal ehrlich, wer glaubt ERNSTHAFT das sowas zu weniger Übergriffen führen wird? Ein geschulter Tritt in die Weichteile des Übergriffigen ist da weitaus zweckdienlicher…

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    1. @Mike:

      Das feministische „lehrt Männern nicht zu Vergewaltigen“ ist zwar nobel, aber sinnlos: jene, die auf diese Lektion „anspringen“ sind und waren nie jene, die dann sowas auch gemacht hätten.“

      Es geht ja nicht ausschließlich um versuchte oder vollendete Vergewaltigungen. Auch der Klaps auf den Hintern oder ähnliches sollte unterlassen werden. Und das machen viele Männer gerne mal im Überschwang des Alkohols. Solche Männer sind sich vielleicht nüchtern dann doch bewusst, dass man das wohl besser lässt.

      „WARUM ABER wird nicht auf der anderen Seite etwas gemacht? Warum wird nicht versucht, den Frauen zu helfen, sich verteidigen zu können? Stichwort „Schulsport“!“

      Wir hatten in der zehnten Klasse als Frauen einen Selbstverteidigungskurs und die Jungs einen Antiagressionskurs. Fand ich damals mies sexistisch. Aber es gibt sowas bereits, wenn auch nicht in allen Schulen. Ich wäre allerdings eher dafür, die Schüler zu ermutigen so etwas in der Freizeit in Angriff zu nehmen und nicht in der Schule dazu gezwungen zu werden. Mir hat der Kurs in der Schule eher noch mehr Angst gemacht.

      „Ich würde soweit gehen zu sagen, das wenn Frauen selbstbewusst genug sind – durch das Wissen das sie sich verteidigen können – es weniger Panikmomente geben würde („ui Gedränge, da war n Mann der mich kurz gestreift hat HILFEEEEE“ oder „Hilfe der sieht mich an“ oder „Hilfe der Mann atmet“ (übertrieben formuliert)) etc, und die Gesellschaft wird entspannter; eine entspannte Gesellschaft wird lockerer, und plötzlich kann man wieder miteinander reden, was dann zu weiteren Verbesserungen führt…“

      Da stimme ich dir zu. Ich habe auch schon eine Gruppe Mädels vor einem betrunkenen Mann flüchten sehen, den man mit einer Hand hätte umschubsen können.

      „Denn eines ist sicher: Verteufeln der einen Seite bringt Spaltung; Spaltung bringt Angst; Angst führt zu mehr Verteufelung, jene zu mehr Spaltung etc. Und sowas wie die „NoNo-Zone-Dance“ …mal ehrlich, wer glaubt ERNSTHAFT das sowas zu weniger Übergriffen führen wird? Ein geschulter Tritt in die Weichteile des Übergriffigen ist da weitaus zweckdienlicher…“

      Auch hier Zustimmung Spaltung ist nie förderlich. Und wo die empfindlichen Stellen beim Mann liegen habe ich ja glücklicherweise in der Schule gelernt 😉

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      1. Mike

        Ach ja, Klapps auf den Hintern, durch’s Haar wuscheln, das Wangenküsschen gegen den Willen des Jungen, oder neuerdings erlebt: Ich (und ich bin nun wirklich kein Adonis – der Status eines „Quasimodos“ wäre für mich eine Verbesserung) im Fitness-Studio gerade im Workout und eine Mit-Trainierende kneifft mich in die Seite – kenn ich ALLES. Keine Frau sagt was dagegen „stell dich nicht so an“ oder „bist du ein Mann oder eine Maus“ usw (ein kleiner Gender-Swap verdeutlicht das Problem)

        Ohne Sarkasmus:
        denkst du wirklich, Besoffene würden sich solche „Schulungen“ zu Herzen führen? Ich erinnere daran: jene, die für solche Argumente zugänglich sind, waren und sind nie das Problem. Und diejenigen, die mit oder ohne Alkohol zum Problem weren, sprechen auf diese Argumente nicht an. Ich war in meiner Armee-Zeit beim „AD-Detachement“; unsere Aufgabe: Alkohol- und Drogenleichen aufsammeln (also besoffene/bekiffte einsammeln). Glaub mir: Alkohol als Lösungsmittel für Hemmschwellen ist unübertreffbar. Mit WORTEN brauchst du dort nichts versuchen…

        Und hier ist auch nicht der Alkohol das Problem: vgl. USA: eine Frau, die ein Bier hat, kann keinen „consent“ erteilen; ein Mann, der sich weggesoffen hat und bewustlos mit nem Whisky-Boner da liegt, schon. Es geht um die Betrachtungsweise:

        wie du geschrieben hast:
        10. Klasse (also schon knapp Erwachsen) – Frauen: kurze Einführung in SV, Männer Antiagressionstraining. #allmen, oder. Ich seh das wie du: arg sexistisch
        a) Frauen können übergriffig werden (die grössten Schläger an meiner Schule damals: die Mädel-Gang, und die haben auch Gegenstände verwendet)
        b) Einfühgung ist kein Training,
        c) allein das Setup zeigt schon wo’s durchschlagen wird (Männer Böse, Frauen ihr könnt nix ausrichten, Patriarchat usw).

        Richtig hingegen wäre es: Selbstverteidugng nicht „gegen Männer“ zu lernen, sondern „um sich zu verteidigen“. Und das von Klein an auf. Und Geschlechtsneutral. (6 von 10 Opfern häuslicher Gewalt sind Frauen – stimmt. Schlussfolgerung: 4 von 10 Opfern sind Männer – Gewalt gibts auf beiden Seiten).

        Wer nun statt „Angst vorm andern Geschlecht-Einführugnskurs-Trainings“ ECHTE Selbstverteididung lernt, ist selbstbewusst. Und strahlt dies auch aus. Und DAS schreckt jeden alkoholisierten Triebigen ab (auch die Angstschwelle nimmt unter Alk. Einfluss ab!). Und wer Selbstverteidigung nicht „gegen Männer“ lernt, sondern gegen alle, die Übergriffig werden wollen, sieht „das andere Geschlecht“ nicht mehr NUR als Gefahr – und das führt dann zu weniger Panikmomenten/entspannterer Gesellschaft…

        Eben, wie der Nono-Square-Tanz (naja gut – der Lachflash soll angeblich dazu führen, das der „Geflashte“ zu nichts mehr in der Lage ist, aber ich seh hier ein viel zu grosses Restrisiko das so einer gar nicht abwartet bis der Tanz vorbei ist)

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